Weinverkostungen souverän begleiten – Meine Tipps

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Eine Weinverkostung begleiten ohne tiefes Weinfachwissen – das ist eine Situation, die viele Begleiterinnen im gehobenen Lifestyle Dating kennen. Letzte Woche wurde ich von einem Geschäftspartner zu einer exklusiven Probe des Jahrgangs 2019 im Weinhaus Balthasar Ress in Hattenheim eingeladen. Während ich dort zwischen Rieslingen aus dem Rheingau stand, wurde mir einmal mehr bewusst: Es geht nicht darum, Sommelière-Niveau zu erreichen, sondern souverän und interessiert zu wirken, ohne sich zu verstellen.
In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass authentisches Interesse und die richtige Vorbereitung bei Weinproben wichtiger sind als angelesenes Halbwissen. Nach über 15 begleiteten Weinverkostungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teile ich heute meine bewährten Strategien, die mir geholfen haben, mich in dieser exklusiven Welt sicher zu bewegen.
Vorbereitung macht den Unterschied bei der Weinverkostung
Bevor ich eine Weinverkostung begleite, investiere ich mindestens 90 Minuten in die Vorbereitung. Das klingt nach viel, aber diese Zeit zahlt sich aus. Ich recherchiere das Weingut oder den Veranstalter und präge mir drei bis vier Fakten ein. Bei einer Verkostung im Schloss Johannisberg merkte ich mir beispielsweise, dass dieses Weingut 1720 als erstes weltweit Riesling anbaute. Solche Details zeigen Interesse, ohne dass ich Weinexperten-Jargon bemühen muss.
Zusätzlich schaue ich mir die Weinregion an. Wenn wir ins Bordeaux fahren, lese ich über die Appellationen Pauillac oder Saint-Émilion. Nicht um zu glänzen, sondern um Fragen stellen zu können. Laut einer Studie der Deutschen Weinstiftung aus 2023 nehmen 64 Prozent der Weinverkostungs-Teilnehmer in Deutschland an maximal zwei Verkostungen pro Jahr teil – die meisten sind also keine Experten, und das Stellen kluger Fragen wird geschätzt.
Ein weiterer Punkt meiner Vorbereitung: Ich notiere mir die Rebsorten, die wahrscheinlich verkostet werden. Bei einer österreichischen Weinprobe waren das Grüner Veltliner und Zweigelt, in der Pfalz Spätburgunder und Riesling. Ich muss nicht wissen, wie diese Trauben exakt schmecken, aber die Namen sollten mir vertraut sein.
Die Weinprobe Etikette – Was wirklich zählt
Die Weinverkostung Etikette unterscheidet sich von normalen Restaurantregeln. Das Wichtigste vorweg: Ich trage nie starkes Parfum. Bei einer Verkostung im Weingut Dr. Loosen an der Mosel habe ich erlebt, wie eine Teilnehmerin mit intensivem Duft die Nase des Sommeliers regelrecht verzog. Seither verwende ich an solchen Tagen nur dezentes Deodorant, kein Parfum.
Das Glas halte ich immer am Stiel, nie am Kelch. Die Handwärme verändert die Temperatur des Weins, und das fällt auf. Ich schwenke das Glas leicht, um die Aromen freizusetzen, aber nicht übertrieben – zwei, drei sanfte Kreisbewegungen reichen. Beim Riechen halte ich das Glas etwa auf Brusthöhe und atme ruhig ein, ohne theatralisch zu schnüffeln.
Beim Verkosten nehme ich einen kleinen Schluck und lasse ihn kurz im Mund, bevor ich schlucke oder in den bereitgestellten Spucknapf gebe. Ja, das Ausspucken gehört dazu, vor allem wenn zehn oder mehr Weine probiert werden. Anfangs fand ich das befremdlich, aber es ist professionell und zeigt, dass ich nicht zum Trinken, sondern zum Erleben gekommen bin. Eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus 2022 belegt, dass professionelle Weinverkoster bei Verkostungen mit mehr als acht Weinen zu 89 Prozent ausspucken, um die Sinne scharf zu halten.
Wie ich bereits in meinem Artikel über Tischmanieren beim ersten Date beschrieben habe, sind Zurückhaltung und Beobachtung im gehobenen Umfeld grundlegende Fähigkeiten, die sich auch bei Weinverkostungen bewähren.
Kompetenz zeigen ohne Fachwissen vorzutäuschen
Der größte Fehler, den ich anfangs machte: Ich versuchte, mit angelernten Begriffen zu beeindrucken. Bei einer Probe im Burgenland sprach ich von einem Wein als "sehr mineralisch", ohne zu wissen, was das bedeutet. Der Winzer fragte nach, und ich stand peinlich berührt da. Seither bleibe ich bei ehrlichen Beschreibungen.
Ich sage lieber "Ich schmecke hier etwas Fruchtiges, vielleicht Apfel?" als "Deutliche tertiäre Aromen mit oxidativen Noten". Authentizität wird geschätzt. Wenn der Sommelier von "Tanninen" spricht und ich nicht sicher bin, frage ich nach: "Ist das das leicht pelzige Gefühl auf der Zunge?" Solche Fragen zeigen, dass ich lerne, nicht dass ich unwissend bin.
Bei einer Verkostung im Weingut Van Volxem an der Saar habe ich diese Strategie angewandt. Ich sagte zu einem Riesling: "Mir fällt auf, dass dieser Wein fast schon prickelnd auf der Zunge wirkt – woher kommt das?" Der Winzer erklärte begeistert die natürliche Kohlensäure junger Rieslinge. Das Gespräch war authentisch, lehrreich und niemand fühlte sich vorgeführt.
Die Kunst der richtigen Fragen
Ich bereite mir für jede Weinverkostung drei offene Fragen vor. Diese Fragen beziehen sich auf das Weingut, die Anbaumethoden oder die Philosophie des Winzers. Beispiele aus meiner Praxis: "Wie hat sich der trockene Sommer 2022 auf Ihre Ernte ausgewirkt?" oder "Arbeiten Sie mit Barrique-Fässern oder bevorzugen Sie Edelstahltanks?"
Solche Fragen zeigen Interesse an der Arbeit des Winzers, nicht am Wein als Statussymbol. Laut dem Deutschen Weininstitut gaben 2023 rund 71 Prozent der befragten Weingüter an, dass sie Besucher, die nach Herstellungsprozessen fragen, als besonders wertschätzend empfinden.
Souveränes Auftreten bei Weinproben als Begleitung

Als Begleitung bei einer Weinverkostung ist meine Rolle eine andere als die der Geschäftspartner. Ich bin nicht die Hauptperson, aber ich bin auch nicht unsichtbar. Mein Ziel ist es, die Atmosphäre zu bereichern, ohne im Mittelpunkt zu stehen. Das bedeutet: Ich höre aufmerksam zu, nicke bestätigend, lächle, wenn etwas Interessantes erklärt wird.
Wenn mein Begleiter eine Flasche kauft, bemerke ich dezent: "Eine gute Wahl, dieser Wein hat mir auch sehr gefallen." Das zeigt, dass ich aufmerksam war. Ich vermeide es jedoch, selbst Kaufentscheidungen zu kommentieren oder den Preis zu thematisieren. Bei einer Verkostung im Weingut Künstler in Hochheim kaufte mein Begleiter sechs Flaschen eines 2018er Spätburgunders für insgesamt 420 Euro. Ich lobte den Wein, nicht den Kauf.
Kleidung spielt ebenfalls eine Rolle. Ich trage bei Weinverkostungen elegante, aber unaufdringliche Outfits. Ein schlichtes Kleid in Dunkelblau oder Anthrazit, dezenter Schmuck, flache Schuhe oder kleine Absätze. In Weingütern laufen wir oft durch Keller mit Kopfsteinpflaster – High Heels sind unpraktisch und wirken deplatziert.
Weinkultur lernen – Schritt für Schritt
Ich habe nicht sofort alles gewusst, und das ist auch nicht nötig. Meine Weinbildung habe ich über Monate aufgebaut, und zwar strukturiert. Diese Schritte haben mir geholfen:
- Ich besuchte eine Wein-Grundlagen-Veranstaltung der IHK Frankfurt, die an zwei Abenden stattfand und 180 Euro kostete. Dort lernte ich die wichtigsten europäischen Weinregionen, Rebsorten und Verkostungsgrundlagen kennen.
- Ich las das Buch "Der Wein" von André Dominé, ein umfassendes Standardwerk mit 928 Seiten. Ich las nicht alles, sondern suchte gezielt Kapitel zu Regionen, die für meine Begleitungen relevant waren – Bordeaux, Burgund, Rheingau, Piemont.
- Ich nutzte kostenlose Online-Kurse. Die Plattform Wine Folly bietet anfängerfreundliche Grafiken und Erklärungen zu Weinregionen und Geschmacksprofilen. Dort lernte ich, wie man Weine nach Körper, Säure und Tannin einordnet.
- Ich besuchte öffentliche Weinproben in meiner Stadt. Viele Vinotheken bieten monatliche Verkostungen für 25 bis 45 Euro an. Dort konnte ich in entspannter Atmosphäre üben, ohne den Druck einer Geschäftsveranstaltung.
Nach etwa vier Monaten fühlte ich mich sicher genug, um jede Weinverkostung souverän zu begleiten. Ich bin keine Expertin geworden, aber ich kann mich unterhalten, passende Fragen stellen und den Abend genießen, ohne mich unwohl zu fühlen.
Typische Fehler vermeiden bei der Weinverkostung
Aus meinen Erfahrungen weiß ich, welche Fehler peinlich werden können. Ich vermeide es, Wein nach dem ersten Schluck abzulehnen. Selbst wenn mir ein Wein nicht schmeckt, sage ich höflich: "Interessant, das ist nicht mein bevorzugter Stil, aber ich erkenne die Qualität." Bei einer Probe im Weingut Reichsrat von Buhl in der Pfalz schmeckte mir ein sehr trockener Riesling nicht. Statt ihn abzulehnen, sagte ich: "Dieser Wein ist sehr klar und geradlinig – ich bevorzuge etwas mehr Frucht." Das war ehrlich, aber respektvoll.
Ein weiterer Fehler: Ich mische nie Wasser ins Glas, um den Alkohol zu verdünnen. Das ist bei Weinverkostungen absolut tabu. Wenn ich weniger Alkohol zu mir nehmen möchte, spucke ich aus oder nehme kleinere Schlucke. Auch vermeide ich es, nach jedem Wein das Glas komplett zu leeren. Das signalisiert, dass ich zum Trinken, nicht zum Verkosten da bin.
Ich spreche auch nie abwertend über Weine aus bestimmten Regionen oder Preisklassen. Bei einer Verkostung hörte ich eine Begleiterin sagen: "Deutscher Wein kann mit französischem eh nicht mithalten." Der Gastgeber war Winzer aus Franken. Die Stimmung kippte sofort. Respekt vor jeder Weinregion und jedem Produzenten ist essentiell.
Körpersprache und Aufmerksamkeit
Meine Körpersprache bei Weinverkostungen ist offen und zugewandt. Ich stehe oder sitze aufrecht, verschränke die Arme nicht und halte Blickkontakt mit dem Sprecher. Wenn der Sommelier etwas erklärt, lege ich mein Smartphone weg. Ich habe erlebt, dass eine kurze SMS während einer Erklärung als respektlos wahrgenommen wurde.
Ähnlich wie bei Kunstauktionen, die ich begleite, geht es auch bei Weinverkostungen darum, durch Präsenz und echtes Interesse zu überzeugen, nicht durch vorgespieltes Expertentum.
Weinverkostung Verhalten – Diskret und elegant

Diskretion ist bei gehobenen Weinverkostungen selbstverständlich. Ich spreche nicht über andere Teilnehmer, ihre Kommentare oder Kaufentscheidungen. Was bei einer Verkostung gesagt wird, bleibt dort. Bei einer exklusiven Probe im Weingut Egon Müller an der Saar waren mehrere bekannte Persönlichkeiten anwesend. Ich habe später nie erwähnt, wen ich dort getroffen habe.
Ich fotografiere auch nicht ohne zu fragen. Viele Weingüter erlauben Fotos, aber ich frage immer vorher. Wenn ich ein Foto mache, dann dezent und ohne Blitz. Selfies bei Weinverkostungen wirken unprofessionell, das habe ich mir von Anfang an verkniffen.
Nach der Verkostung bedanke ich mich persönlich beim Gastgeber oder Sommelier. Ein kurzer Händedruck, ein Lächeln und ein ehrliches "Vielen Dank für den spannenden Einblick" hinterlassen einen positiven Eindruck. Bei einer Verkostung im Weingut Wittmann in Westhofen schrieb ich dem Winzer zwei Tage später eine handgeschriebene Dankkarte. Das ist nicht nötig, aber es wird geschätzt.
Häufige Fragen zur Weinverkostung begleiten
Wie begleite ich eine Weinverkostung professionell ohne Weinkenntnisse?
Du kannst eine Weinverkostung professionell begleiten, indem du dich vorbereitest, authentisch bleibst und kluge Fragen stellst. Recherchiere das Weingut und die Region, lerne die wichtigsten Rebsorten kennen und zeige echtes Interesse. Vermeide es, Fachwissen vorzutäuschen. Ehrliche Fragen wie "Wie hat der Jahrgang 2022 Ihre Ernte beeinflusst?" wirken kompetenter als angelesene Begriffe, die du nicht erklären kannst. Bereite dich 90 Minuten vor und konzentriere dich auf Beobachtung und respektvolles Verhalten.
Was muss ich bei Weinverkostungen wissen als stilvolle Begleitung?
Als stilvolle Begleitung solltest du die grundlegende Weinprobe Etikette kennen: Trage kein starkes Parfum, halte das Glas am Stiel, schwenke es nur leicht und spucke bei vielen Weinen aus. Ziehe dich elegant, aber praktisch an. Stelle Fragen über das Weingut und die Herstellungsprozesse, nicht über Preise. Bleibe diskret, respektiere die Arbeit des Winzers und zeige Aufmerksamkeit. Ein Grundwissen über die wichtigsten deutschen und französischen Weinregionen sowie die Unterschiede zwischen Rebsorten wie Riesling, Spätburgunder und Chardonnay reicht völlig aus.
Warum sollte ich bei Weinverkostungen ausspucken und nicht schlucken?
Das Ausspucken bei Weinverkostungen ist professionell und notwendig, wenn mehr als sechs bis acht Weine probiert werden. Es hält deine Sinne klar und verhindert, dass Alkohol dein Urteilsvermögen und deine Wahrnehmung beeinträchtigt. Laut der GfK-Studie aus 2022 spucken 89 Prozent der professionellen Verkoster bei umfangreichen Proben aus. Du zeigst damit, dass du die Weine ernsthaft beurteilen möchtest und nicht einfach nur trinken willst. Spucknäpfe werden bei jeder seriösen Weinverkostung bereitgestellt, ihre Nutzung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Professionalität.
Wie verhalte ich mich, wenn mir ein Wein bei einer Verkostung nicht schmeckt?
Wenn dir ein Wein nicht schmeckt, bleibe höflich und respektvoll. Sage niemals direkt "Der schmeckt mir nicht" oder "Das ist kein guter Wein". Formuliere stattdessen: "Das ist nicht mein bevorzugter Stil" oder "Ich erkenne die Qualität, aber ich bevorzuge etwas Fruchtbetontes". Du kannst auch sagen: "Interessant, sehr trocken – ich brauche noch etwas Zeit, um mich an diesen Stil zu gewöhnen." Solche Formulierungen zeigen, dass du den Wein respektierst, auch wenn er nicht deinem Geschmack entspricht. Vermeide abwertende Kommentare über Regionen oder Preisklassen.
Welche Vorbereitung empfiehlst du für die erste Weinverkostung als Begleitung?
Für deine erste Weinverkostung solltest du mindestens 90 Minuten Vorbereitung einplanen. Recherchiere das Weingut online, präge dir drei Fakten ein und lies über die Weinregion. Lerne die wichtigsten Rebsorten kennen, die verkostet werden. Besuche vorab eine öffentliche Weinprobe in deiner Stadt oder absolviere einen Online-Grundkurs auf Plattformen wie Wine Folly. Bereite drei offene Fragen vor, die sich auf Anbaumethoden oder Jahrgangsunterschiede beziehen. Verzichte am Tag der Verkostung auf Parfum und kleide dich elegant, aber praktisch. Diese Vorbereitung gibt dir Sicherheit und lässt dich souverän auftreten.
Mein persönliches Fazit zur Weinverkostung begleiten
Eine Weinverkostung zu begleiten, ohne Weinexpertin zu sein, ist kein Nachteil. Es ist eine Gelegenheit, echtes Interesse zu zeigen, zu lernen und authentisch zu bleiben. In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass Respekt, Vorbereitung und Neugier wichtiger sind als angelerntes Fachwissen. Ich muss nicht jeden Jahrgang beurteilen können, aber ich kann Fragen stellen, die zeigen, dass ich die Arbeit des Winzers wertschätze.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus meinen Erfahrungen: Bereite dich strukturiert vor, bleibe ehrlich, vermeide starkes Parfum, halte das Glas am Stiel und stelle offene Fragen. Wie bei vielen Aspekten des gehobenen Lifestyle Dating kommt es auf die richtige Balance zwischen Kompetenz und Bescheidenheit an. Wenn du diese Prinzipien beherzigst, wirst du jede Weinverkostung souverän meistern, ohne dich verstellen zu müssen.
Wenn du deine Fähigkeiten im diskreten Begleiten weiter ausbauen möchtest, empfehle ich dir auch meinen Artikel über innere Stärke und echte Professionalität. Die dort beschriebenen Prinzipien gelten universell für alle gehobenen Anlässe, bei denen Souveränität gefragt ist.